Grußwort – S. Sallat, C. W. Glück

Sprache und Kommunikation sind der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und Kommunikation. Dies ist uns als Sprachheilpädagogen in Mitteldeutschland traditionelle Verpflichtung, wie unsere Geschichte mit der ersten staatlichen Hörgeschädigtenschule der Welt in Leipzig (1778) und der ersten deutschen Sprachheilschule in Halle (1910) zeigt. Die Disziplin hat in ihrer langen Geschichte differenzierte Methoden für Diagnostik, Förderplanung und Therapie entwickelt, die es ermöglichen, die sprachlichen Fähigkeiten und ihre Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen einzuschätzen und auszubauen. Während die traditionelle Sprachheilpädagogik auf die Lautsprache fokussiert war, wurde in den letzten 30 Jahren insbesondere auch durch die Entwicklungen im Bereich der Unterstützen Kommunikation unsere Sicht auf Sprache, Kommunikation und Spracherwerb vielfältig erweitert und hinterfragt. Die Orientierung auf die kommunikative Partizipation öffnet die Disziplin und fordert eine erweiterte und differenziertere Sichtweise von Kommunikations-, Interaktions- und Sprachverarbeitungsprozessen ein. Neue Formen der Kommunikation und der Einsatz unterschiedlicher innovativer Kommunikationshilfen werden in einem rasanten Prozess entwickelt und bieten wichtige Impulse auch in den Bereich der Sprachheilpädagogik und Sprachtherapie. Diese Pädagoginnen und Therapeutinnen sollten wesentlicher Teil des professionellen Unterstützungssystems sein, um dem Anspruch der sprachlichen Bildung als pädagogische Querschnittsaufgabe in allen Altersstufen mit spezifischem UK-Akzent gerecht zu werden.

Daher freuen wir uns sehr, dass die Gesellschaft UK Leipzig und Mitteldeutschland als Tagungsort gewählt hat. Wir wünschen dem Kongress viele interdisziplinäre Teilnehmer und hoffen, dass sich auch viele Sprachheilpädagogen mit den neuesten Möglichkeiten der Unterstützen Kommunikation vertraut machen.

Prof. Dr. Stephan Sallat (Universität Halle)

Prof. Dr. Christian W. Glück (Universität Leipzig)