Grußwort

„UK spricht viele Sprachen“

– mit diesem Motto lädt die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. vom 16. – 18. November 2017 wieder zum größten Fachkongress für Unterstützte Kommunikation im deutschsprachigen Raum in das Dortmunder Kongresszentrum Westfalenhallen ein.

Ich freue mich über dieses Motto, denn es repräsentiert alles, wofür die Tradition dieser Kongress seit vielen Jahren steht:

Unterstützte Kommunikation nutzt alle Kommunikationsformen, die es Menschen ermöglichen können, miteinander in Kontakt zu treten, sich auszutauschen und am gesellschaftlichen Leben Teil zu haben. Einfache Formen wie Gesten oder Mimik, die Gebärden der Deutschen Gebärdensprache, grafische Zeichen auf unterschiedlichsten Oberflächen, wie Tafeln, Schildern, Mappen, in Kommunikationsbüchern oder als Orientierungshilfen in Gebäuden spielen dabei eine ebenso große Rolle, wie die neuen Medien, soziale Netzwerke im Internet, Tablet-PCs. Ob akustische, visuelle, haptische oder olfaktorische Zeichen für die Übermittlung von Informationen eingesetzt werden: Unterstützte Kommunikation spricht alle diese Sprachen und hilft damit, Kommunikationsbarrieren abzubauen.

Unterstützte Kommunikation ist ein Fachgebiet, dass Fachgrenzen überwindet: Die Hilfsmittelversorgung im Bereich der Kommunikationshilfsmittel erfordert medizinische, medizintechnische, sprachwissenschaftliche und rechtliche Fragen. Kommunikation als Gegenstand von Bildung und Sozialisation stellt Anforderungen an konzeptionelle Fragen der Frühpädagogik, der Sonder- und der Schulpädagogik, sowie der Sozialpädagogik. Die Entwicklungspsychologie und Spracherwerbsforschung liefern dabei ebenso Grundlagen, wie die Fach-Didaktiken und Schulentwicklungsforschung. Der Umbau des Hilfesystems von Menschen mit Behinderungen durch das neue Teilhaberecht wird insbesondere auch die Arbeits- und Lebensbedingungen von Erwachsenen Menschen, die unterstützt kommunizieren, verändern. Diese verschiedenen Fachgebiete zusammen zu bringen und miteinander „sprechen“ zu lassen, um die Teilhabe unterstützt kommunizierender Menschen zu verbessern, ist ein wesentliches Erfolgsmerkmal dieses Kongresses.

Der Kongress ist deshalb ein Ort der Begegnung: Erkenntnisse internationaler Forschung auf dem Gebiet der „Alternative and Augmentative Communication“ und Erfahrungen aus der Praxis sollen auf diesem Kongress Raum für Austausch und eine gemeinsame Sprache finden. Hier treffen sich Sprachtherapeuten/innen und Logopäden/innen, Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen aus Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe. Selbstvertreter/innen und „Mundsprecher/innen“ begegnen hier einander „Augenhöhe“ und finden hier einen Ort, an dem die Interessen von UK-Nutzer/innen eine Stimme bekommen und Selbstvertretung (nicht nur einen) Raum bekommt. Eltern und Angehörige informieren sich über neue Entwicklungen und nutzen den Kongress zum Erfahrungsaustausch und Gespräch mit Familien, Ausstellern und Fachleuten.

Schließlich soll der kommende Kongress Ländergrenzen überwinden und die Sprachen der Welt nach Dortmund holen: Internationale Gäste berichten über Innovationen und Projekte im Feld der Unterstützten Kommunikation in anderen Ländern. Dieser Kongress soll Ideen und Praxiserfahrungen mit Unterstützter Kommunikation „hier und anderswo“ sichtbar machen.

Neues kennen zu lernen und über die Grenzen hinaus zu denken, miteinander zu sprechen, kritische Fragen zu stellen und voneinander zu lernen war immer schon zentrales Ziel dieses Kongresses. Über Sprachgrenzen hinaus zu denken, ist Anforderung mit der wir uns nicht erst in jüngster Zeit konfrontiert sehen. Unterstützte Kommunikation auch für die sprach- und kultursensible Arbeit mit Bürgerinnen und Bürgern mit Migrations- oder Fluchterfahrung weiter zu entwickeln, ist deshalb eine weitere Perspektive, die ich mir von diesem Kongress erhoffe.

Mit Spannung erwarte ich den kommenden Kongress und freue mich auf Begegnungen mit bekannten Vereinen, Organisationen und Firmen zu neuen Innovationen und Erfahrungen. Ich freue mich auf bereichernde Gespräche mit engagierten Menschen und auf interessante Workshops und Vorträge.

Ich wünsche dem Organisationsteam, den Austellern und Referentinnen und Referenten erfolgreichen Kongress 2017 und allen Gästen einen spannenden und informationsreichen Besuch in Dortmund!

Prof. Dr. Imke Niediek
Erste Vorsitzende im Vorstand der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V.

16. – 18. November 2017

Westfalenhallen Dortmund
Rheinlanddamm 200
44139 Dortmund